Der Verlust der Artenvielfalt ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit: sowohl global, als auch vor unserer eigenen Haustür ist es um unsere Natur nicht gut bestellt. Die Hälfte von 11.000 niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten ist bedroht, rund 62 Prozent aller Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet und bereits 12 Millionen Vogelbrutpaare sind bundesweit in den letzten zehn Jahren verschwunden. Gemeinsam mit Umweltverbänden haben wir Grünen in Niedersachsen deshalb den Schutz unserer Natur und unserer heimischen Arten mit einem Volksbegehren Artenvielfalt entscheidend vorangebracht. Aus dem Volksbegehren ist der „Niedersächsische Weg“ entstanden, bei dem entscheidende Weichenstellungen für den Naturschutz im Konsens zwischen Politik, Landnutzer- und Naturschutzverbänden vorgenommen werden konnten. Nun gilt es, diesen Konsens vor Ort gezielt umzusetzen und im Sinne dieses Konsenses auch in örtlicher Zuständigkeit zu agieren.
Wir wollen
• baldmöglichst keine zusätzlichen Flächen mehr in Anspruch nehmen: Neue Wohnungen müssen vordringlich im bereits bebauten Bereich entstehen und neue Straßen brauchen wir ebenfalls nicht mehr, sondern was da ist, muss instand gehalten werden.
• Eingriffe in die Natur aufgrund der Ausweisung von Bauflächen durch Aufwertungen an anderer Stelle vollständig kompensieren.
• dafür sorgen, dass nicht bebaute Flächen in Baugebieten auch begrünt werden.
• bestehende Überschwemmungsgebiete konsequent von weiterer Bebauung frei halten. Artenschutz an der Leine ist auch gleich Hochwasserschutz
• weitere Flächen, auf denen sich das Wasser ausdehnen kann, um den Hochwasserschutz weiter zu verbessern
• öffentliche Grünflächen im bebauten Bereich naturnah und damit kostengünstiger sowie resilienter gestalten, soweit das mit ihrer eigentlichen Zweckbestimmung vereinbar ist.
Weniger Eingriffe durch den Bauhof:
zum Beispiel Totholz und Blätter liegen lassen
mit Hinweisschildern und Erklärungstafeln die ökologische Bedeutung erklären
• den Schutz der Bäume im besiedelten Bereich unserer Stadt/ Gemeinde durch eine kommunale Baumschutzsatzung regeln.
• an Kreis- und Gemeindestraßen neue Alleen anlegen, soweit das mit der Verkehrssicherheit vereinbar ist und die bestehenden Alleen und Baumreihen schützen.
• die naturnahe Umgestaltung privater Gärten fördern.
• den Einsatz von Pestiziden auf öffentlichen Flächen unserer Stadt/Gemeinde komplett vermeiden.
• 10% der Fläche unserer Gemeinde als Biotopverbund wirksam schützen. Das können Hecken, Alleen, Feldgehölze, Kleingewässer, Wegseitenräume, Feldraine etc. sein:
Hecken an Radwegen bieten Schutz vor Regen & Sonne & Wind
Hecken an Feldern schwächen den Wind ab (mehr Reibung führt zu geringeren Windgeschwindigkeiten) und verhindert damit das Austrocknen der Äcker
Hecken bieten Schutz vor Entstehung von Windhosen
• die Seitenräume der öffentlichen Wege im Eigentum der Stadt wollen wir als lineare Biotopstrukturen in der Landschaft entwickeln:
Artenschutz auf Wiesenflächen
• dass landwirtschaftliche Nutzflächen im Eigentum der Stadt/ Gemeinde bei Neuverpachtung oder Auslaufen des bestehenden Pachtvertrages nach den Kriterien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden.
• den Wald im Eigentum der Stadt/ Samtgemeinde sukzessive zu einem naturnahen, klimastabilen Wald umbauen und damit zum Artenschutz beitragen. 15% des Körperschaftswaldes im kommunalen Eigentum müssen dauerhaft aus der Nutzung genommen werden.
• die Entwässerungsgräben in unseren kommunalen Wäldern zurück bauen. Das erhöht den Grundwasserspiegel und schützt unseren Wald vor Dürreschäden.
• zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren den nächtlichen Einsatz von Mährobotern verbieten.
• die ehrenamtliche Arbeit der Naturschutzverbände und -vereine unterstützen.
Weitere umweltpolitische Maßnahmen:
Wir wollen unseren Kunststoffverbrauch reduzieren. Und wo Kunststoff unvermeidbar ist, soll möglichst biologisch abbaubarer Kunststoff eingesetzt werden.
Wir wollen eine kommunale Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen für den Außer-Haus-Verzehr von Speisen und Getränken für kommerzielle Anbieter einführen, denn diese landen viel zu oft in unseren Grünanlagen oder auf der Straße.
Wir wollen Tausch- und Verschenk-Börsen oder permanente Einrichtungen zum kostenlosen abholen noch brauchbarer Gegenstände, die andernfalls auf dem Müll landen, einrichten.
Wir wollen die lange Nutzungsdauer fördern zum Beispiel mit Reparatur-Workshops, wo man mit Hilfe von "Experten" angeleitet wird und in Gemeinschaft reparieren kann oder über die dauerhafte Einrichtung von "Reparatur-Cafés"
Wir wollen Bio-Essen in öffentlichen Kantinen (Bezug von lokalen Landwirten).
Am zweiten Sonntag im Monat um 17 Uhr gibt es ein regelmäßiges Treffen in der Bürgerzentrale in Gronau, Hauptstraße 8.
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